Ladendiebstahl erkennen und richtig handeln

Fortbildung der Einzelhändler durch die Kriminalpolizei

Im Hause des Karl-Schiller-Berufskolleg fand zum wiederholten Mal eine Fortbildung zum Thema Ladendiebstahl statt. Kriminalhauptkommissarin Rautenberg gestaltete die Fortbildung abwechslungsreich und spannend.

Zu Beginn erläuterte die Kommissarin die Definition von Diebstahl laut Strafgesetzbuch und grenzte diesen vom räuberischen Diebstahl und Raub ab. Die Einzelhändler lernten im Verlauf der Fortbildung noch weitere typische Vergehen kennen, es fällt zum Beispiel das Vertauschen von Preisschildern unter den Straftatbestand der Urkundenfälschung.

Die aktuellen Zahlen besagen, dass zwar im vergangenen Jahr die Anzahl der Diebstähle zurückgegangen ist, der Schaden betrug jedoch beeindruckende 4,1 Mrd. Euro laut des EHI  Retail Institutes in Köln.

Wie erkennt man nun Ladendiebe? – war eine wichtige Frage der angehenden Einzelhändler. Frau Rautenberg erklärte, dass dies recht schwierig sei, weil „jeder“ ein Dieb sein könnte, da Diebe aus allen Gesellschaftsschichten kämen. Es gibt zudem professionelle Gruppen, bei denen ein Teil die Verkäufer ablenkt, während der andere Teil der Gruppe die Diebstähle begeht. Außerdem werden unterschiedlichste Gegenstände dazu genutzt, um das Diebesgut zu verstecken. Auch an der Kasse wird oft kleines Diebesgut in größeren Behältern versteckt.

Wie geht man „rechtlich“ einwandfrei mit Ladendieben um? – Sehr viele der Auszubildenden haben bereits Erfahrungen mit Ladendiebstählen gemacht. Und natürlich interessierte sie besonders diese Frage. Bei jedem Diebstahl sollte man die Polizei zu rufen. Nur auf diese Weise gäbe es die Möglichkeit, Wiederholungstäter zu erkennen und sie entsprechend zu bestrafen. Der wichtigste Aspekt beim Umgang mit Dieben sei der Aspekt der Verhältnismäßigkeit. Man darf den Dieb festhalten und auch ggf. fest zupacken, sollte der Dieb versuchen zu flüchten. Aber eine Durchsuchung des Diebes, der Tasche/des Rucksackes und auch die Feststellung der Personalien sind nur der Polizei erlaubt.

Die Auszubildenden äußerten sich abschließend durchweg positiv zu dieser Fortbildung. „Die angehenden Einzelhändler sind auf viele Vorgehensweisen und Verstecke aufmerksam gemacht worden! “, fasst Lehrerin Stephanie Reiche die neuen Erkenntnisse zusammen.